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Kohlenstoffdioxid in Räumen messen und überwachen

CO2 - Definition und Bedeutung

Bei Kohlendioxid, Kohlenstoffdioxid oder kurz CO2 handelt es sich um eine chemische Verbindung aus Sauerstoff und Kohlenstoff. Kohlendioxid ist ein farb- und geruchloses Gas und ist, in geringer Konzentration, ein natürlicher Bestandteil der Luft.

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Ohne Kohlenstoffdioxid gäbe es keine Photosynthese, dadurch gäbe es kein Pflanzenwachstum, was bedeutet, dass es ohne Kohlenstoffdioxid keine Lebewesen auf der Erde gäbe. CO2 ist aber nicht nur ein eigentlich wichtiges Gas für Mensch und Umwelt. Es ist außerdem ein Treibhausgas, dessen hohe Konzentration in der Atmosphäre die Temperaturen steigen lässt und zum Treibhauseffekt, beziehungsweise zur globalen Erwärmung führt.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen natürlichem und zusätzlichem Kohlendioxid. Außer dem natürlichen Vorkommen in der Atmosphäre und in der Luft entsteht CO2 bei der Atmung von Mensch und Tier, der Reifung von Obst und Gemüse, es wird von Vulkanen produziert und entsteht bei Verrottung. Das sogenannte zusätzliche CO2 ist anthropogen (durch den Menschen verursacht) bedingt und wird schon seit Anbeginn der Industrialisierung der Umwelt zusätzlich zugefügt. Beispielsweise bei Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Energieträgern, wie Kohle, Gas oder Öl. Auch Autoabgase enthalten Kohlendioxid. Außerdem wird manchen Getränken CO2 zugefügt. Im Gegensatz zu Bier und Sekt, bei denen sich Kohlenstoffdioxid bei der Gärung natürlich bildet, wird bei Limonaden und Sodawasser das CO2 zugesetzt, um einen Erfrischungseffekt beim Konsumenten zu erzielen.

Strukutformel eines CO2-Moleküls

Der CO2-Gehalt in der Luft wird in parts per million (Anteile pro Million), kurz ppm, oder in Prozent (%), beziehungsweise Volumenprozent (Vol.-%) angegeben.
Zu Beginn der Industrialisierung lag ein durchschnittlicher Wert von 0,028 % in der Außenluft, das entspricht 280 ppm (parts per million). Dieser Wert stieg zu Beginn erst langsam und dann immer schneller an. Heute misst man in ländlichen Gebieten etwa 350 ppm, in kleinen Städten 375 ppm und in Städtezentren bis zu 440 ppm CO2-Gehalt in der Außenluft. Dabei ist der Gehalt von Kohlenstoffdioxid in der Luft auch immer abhängig von der Tages- und Jahreszeit.

Nach China und den USA ist Europa drittgrößter Kohlendioxidproduzent. Allein Deutschland ist für 1/5 der EU-Emissionen an CO2 verantwortlich.

Abgesehen von der zusätzlichen CO2-Emission durch die Industrie ist es interessant, einen Blick auf den CO2-Ausstoß des Menschen zu werfen. Dieser setzt auf ganz natürlichem Weg CO2 frei. Eine Person atmet bei sitzender Tätigkeit im Schnitt ca. 15-20 Liter Luft pro Stunde aus und versetzt ihr dadurch mehr als die hundertfache Menge an CO2. Pro Tag summiert sich der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid einer einzigen Person auf die Menge, die ein Kleinwagen auf einer Strecke von zehn Kilometern ausstößt.

CO2 als Indikator für die Raumluftqualität

Aufgrund des Klimawandels und jüngster Vorkommnisse ist CO2 seit einigen Jahren vor allem in der Politik ein heikles und viel diskutiertes Thema. Aber CO2 ist nicht nur im Freien in der Erdatmosphäre, sondern auch in Gebäuden und Innenräumen vorhanden. Es ist wichtig, CO2 nicht nur als großen Faktor des Treibhauseffektes, der globalen Erwärmung oder bekannten Skandalen zu betrachten, sondern den Blick auch auf eine andere Ebene, den Alltag, zu richten und dem Thema CO2 in Innenräumen ausreichend Beachtung zu schenken. Denn auch in diesem alltäglichen Bereich gilt es, die Werte zu überwachen und zu kontrollieren, denn sie sind ein ausschlaggebender Faktor für die Energieeffizienz in Gebäuden, die Sicherheit aber auch die menschliche Gesundheit. Schließlich hält sich ein durchschnittlicher Mensch aus den industrialisierten Staaten Europas, egal ob bei der Arbeit oder im Privaten, in Gebäuden, genauer gesagt, in Innenräumen, auf. Sowohl in privaten Wohn- und Aufenthaltsräumen wie auch in öffentlichen Gebäuden, wie Schulen, Kitas, Krankenhäusern, Bibliotheken, Gaststätten, Fitnessstudios, Sporthallen, oder in anderen Veranstaltungsräumen, am Arbeitsplatz und in Büroräumen. Eines haben alle diese Gebäude und Innenräume gemeinsam. Überall wo sich Menschen aufhalten, wird geatmet und damit CO2 ausgestoßen.

Je nach Anzahl, der in den Räumen befindlichen Personen kann die Raumluftqualität erheblich und rapide abnehmen. Der eigentliche Sauerstoffgehalt in der Luft beträgt im Normalfall 21 %, der von CO2 deutlich weniger, etwa 0,04 %. (400 ppm) Schon allein durch eine einzige Person kann der CO2-Gehalt in der Luft innerhalb von 45 Minuten von der genannten Menge auf 1.000 ppm ansteigen. Der Kohlendioxidgehalt in der Luft würde damit durch lediglich eine Person auf die von Max von Pettenkofer empfohlene Maximalmenge von 1.000 ppm ansteigen.

Grenzwerte für CO2 in Räumen


Europäische Norm EN 13779 bewertet die Konzentration von CO2 in Innenräumen in vier Qualitätsstufen (siehe Tabelle 1). Als hygienisch inakzeptabel gilt die Raumluftqualität ab 2.000 ppm.

CO2 Gehalt im ppm CO2 in % Qualitätsstufe
Unter 800 <0,08 % Hohe Raumluftqualität
800 - 1.000 0,08 - 0,1 % Mittlere Raumluftqualität

1.000 - 1.400

0,1 - 0,14 % Mäßige Raumluftqualität

Über 1.400

>0,14 % Niedrige Raumluftqualität
Die Menge des CO2-Gehalts in Innenräumen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Man unterscheidet dabei zwischen biotischen und abiotischen Faktoren.

Im Grunde hängen die CO2-Konzentration und die damit eng verbundene Raumluftqualität von folgenden Umständen ab:
  • Raumbelegung
  • Raumgröße
  • Belüftungssituation
  • Zeitdauer der Raumnutzung
  • Anzahl der Personen
  • Aktivität der Nutzer
Höhere Konzentrationen sind außerdem möglich durch:
  • Rauchen von Tabak
  • Kerzen
  • offene Öl- und Gasleuchten
  • offene Flammen
  • technische Anlagen, die CO2 ausstoßen
  • Gärungsvorgänge

Max von Pettenkofer machte aus der Hygiene eine Wissenschaft und gilt somit als erster Hygieniker Deutschlands. Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts beschäftigte er sich mit der Qualität der Raumluft und machte eine zu hohe Kohlenstoffdioxidkonzentration als eine der Faktoren für niedrige Luftqualität in Innenräumen aus. Lange Zeit galt die sogenannte Pettenkoferzahl, 1.000 ppm (0,1%), als Indikator und Grenzwert für gute Raumluftqualität.

Noch heute dient sie als wichtige Zielgröße. Denn ab dieser Menge können bereits Merkmale von Unwohlsein durch zu viel CO₂-Konzentration in der Luft, wie Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und Müdigkeit auftreten.

Auswirkungen von CO2 auf die Gesundheit

Schadstoffe, wie Kohlenstoffdioxid in der Atemluft stellen eines der fünf größten Risiken für die öffentliche Gesundheit dar. Sie führen zu Beschwerden wie Unwohlsein, Konzentrationsschwäche und Produktivitätsverlust. Diese Symptome treten bereits auf, lange bevor man schlechte Luft, beziehungsweise eine zu hohe CO2-Konzentration in der Atemluft bewusst wahrnimmt. Je nach Intensität der Nutzung eines Raumes steigt die Menge an Kohlenstoffdioxid in der Raumluft an und verschlechtert die Qualität dieser erheblich. Der menschliche Körper benötigt Sauerstoff, um richtig zu funktionieren, zu viel CO2 in der Atemluft behindert den Körper an der Aufnahme von Sauerstoff. Hinreichende Qualität, mit Hilfe durch Überwachung von Raumluft innerhalb von Gebäuden, ist daher von großer Notwendigkeit.

Denn eine zu hohe CO2-Konzentration kann Folgen haben. Schon ab einem Wert von 1.200 –1.500 ppm kann sich, je nach Person und Befindlichkeiten, das allgemeine Wohlergehen enorm verschlechtern und es können Beschwerden wie Schläfrigkeit, Unaufmerksamkeit, Verringerung der Konzentration oder Kopfschmerzen auftreten, bei ansteigendem Kohlenstoffdioxidgehalt kann sich schließlich auch die Atemfrequenz und das Atemzugsvolumen erhöhen. Zu viel CO2 in der Raumluft führt an Arbeitsplätzen, Schulen und Kitas zu höheren Fehlzeiten. Diesen lässt sich durch verstärktes Lüften und Monitoring mit Klimaanlagen oder Luftfiltern entgegenwirken. Für das Ermitteln des CO2-Gehalts in der Luft gibt es spezielle Messgeräte, die bei Bedarf auch Alarm schlagen können. Durch einen regelmäßigen Luftaustausch in den Räumen steigt die Leistung sowohl von Arbeitnehmer*innen als auch von Schüler*innen nachweislich wieder an.

Mit dem Kohlendioxidgehalt steigt auch das Ansteckungsrisiko. Wo eine hohe CO2- Konzentration herrscht, befinden sich besonders viele Keime. Wissenschaftler untersuchten das Ansteckungsrisiko bei einer Grippe, dabei waren 30 Personen für vier Stunden in einem Klassenraum, in welchem eine Person eine akute Grippe hatte. Das Ergebnis bestätigte eine höhere Ansteckungsgefahr bei zu hohem CO2-Level. Bei 1.000 ppm steckten sich fünf Personen an, bei 2.000 ppm bereits zwölf und bei 3.000 ppm wurden 15 Personen angesteckt.

CO₂-Konzentrationen und mögliche Auswirkungen
Zu viel CO2 in der Raumluft kann aber nicht nur zu starken Kopfschmerzen, Leistungsabfall, Konzentrationsschwäche, vermehrten Ansteckungen und erhöhter Atemfrequenz führen. Eine zu hohe Konzentration kann für den Menschen durchaus gesundheitlich bedenklicher und noch gefährlicher werden. Bei über 100.000 ppm kann es zu Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Atemnot oder gar Bewusstlosigkeit kommen. Steigt die Menge an CO2 in der Raumluft auf über 200.000 ppm an, kann dies im schlimmsten Fall zum Tod führen. Die Auswirkungen von zu viel Kohlendioxid in der Luft waren schon früh bekannt. Bereits Bergleute waren sich möglicher Gefahren bewusst und nahmen sich zum Schutz eine Kerze mit unter Tage. Erlosch diese, war dies ein Anzeichen für ein zu hohes CO2-Level (ca. 100.000 ppm) und die Kumpel wussten, dass sie sich in Lebensgefahr begeben würden, denn bereits diese Menge an Kohlenstoffdioxid in der Luft kann zu Bewusstlosigkeit führen.

CO2 ist zwar nicht alleiniges Kriterium für eine gesundheitliche Bewertung, allerdings handelt es sich um einen wichtigen Indikator für die Gesamtsituation.

Sick-Building-Syndrom (SBS)

Beim Sick-Building-Syndrom handelt es sich um gebäudebezogene Gesundheitsstörungen, oder übersetzt um „krankmachende“ Gebäude. Es beschreibt Krankheitssymptome bei Personen, die scheinbar im Zusammenhang mit längeren und öfteren Aufenthalten in einem bestimmten Gebäude stehen. Hauptsächlich sind davon Menschen betroffen, die in Bürogebäuden und Büroräumen tätig sind. Man spricht von einem Verdacht auf das Sick-Building-Syndrom, wenn bei mindestens 15 bis 20 % der Beschäftigten ähnliche gesundheitliche Beschwerden auftreten, die nach Verlassen des Gebäudes bald abnehmen, vor allem bei längerer Abwesenheit, dann aber wieder auftreten oder zunehmen, sobald man sich wieder in diesem Gebäude befindet. An SBS erkranken häufiger Frauen als Männer. Auch wenn keine absoluten Zahlen vorliegen, leiden Schätzungen zufolge etwa 400.000 Menschen in Deutschland an Überempfindlichkeiten, die auf das Sick-Building-Syndrom schließen lassen.

Die Ursachen und Beschwerden der Patient*innen sind zumeist unspezifisch, können also auch bei anderen Krankheitsbildern auftreten. Sie scheinen aber mit längeren Aufenthalten am Arbeitsplatz zusammenzuhängen. Diese Zusammenhänge konnten bisher jedoch nicht klar bestätigt werden.

Beim Sick-Building-Syndrom ist nicht ganz klar, ob die Einflüsse des Gebäudes wirklich zu den oben genannten Befindlichkeitsstörungen führen, denn die Bedingungen sind vergleichsweise ungenau. Genauer gesagt: Es werden zwar Schadstoffe gemessen, die Konzentration dieser liegt jedoch innerhalb tolerierbarer Werte und es konnte bisher keine Kausalität zwischen Schadstoffen und dem Phänomen SBS festgestellt werden.

Die Ursachen des Sick-Building-Syndroms können verschiedene Gründe haben. Diese können chemischer, physikalischer, biologischer oder auch psychologischer Natur sein. Diesen kann man etwa die Beleuchtung, Baumaterialien, mikrobielle Verunreinigungen, Schimmel, Staub, den Stresspegel, flüchtige organische Verbindungen und Gase, Heizungen, Klimaanlagen, etc. unterordnen. Aber auch mangelhafte Qualität der Raumluft, ungenügender Luftaustausch, sprich eine zu hohe Konzentration von CO2 in den Innenräumen, wie auch das Raumklima im allgemeinen können mögliche Gründe für ein auftretendes Sick-Building-Syndrom sein.

Für eine Verbesserung der Raumluftqualität, bezogen auf die Verbesserung der CO2-Konzentration in den Innenräumen empfehlen sich unter anderem folgende leicht umzusetzende Maßnahmen:
  • regelmäßiges und ausreichendes Lüften, mehrmals täglich Querlüftung
  • Raumpflegeprodukte, vor allem mit Duftstoffen, sparsam verwenden
  • Laserdrucker- und Kopierer zentral, in belüfteten Räumen aufstellen
  • Türen bestenfalls geöffnet halten, Zugluft aber vermeiden
  • Zimmerpflanzen aufstellen, Keimbelastung dadurch aber nicht ausgeschlossen


Mögliche Anzeichen des Sick Building-Syndroms sind:
  • Reizungen von Augen, Nase und Rachen
  • Dauerschnupfen
  • Hautirritationen
  • Husten
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Unspezifische Reaktionen wie Überempfindlichkeit
  • Allergieähnliche Zustände

Luftqualität in Schulgebäuden und Klassenräumen

Verschiedenste Faktoren können Schüler*innen während des Unterrichts sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Einer dieser Faktoren kann zum Beispiel die angemessene Beleuchtung eines Klassenraums sein. Aber nicht nur geeignete Lichtquellen beeinflussen das Lernverhalten und die Aufnahmefähigkeit positiv, sondern auch ein angemessener Kohlenstoffdioxidgehalt in der Atemluft ist ein Faktor, um optimale Lernbedingungen zu schaffen. Diesen kann man mit Hilfe von einfachen Messgeräten aufzeichnen und auswerten.
In Schulklassen ohne Ventilation beziehungsweise ohne Luftaustausch steigt die Menge an CO2 in der Luft der Klassenräume im Laufe einer Schulstunde im Durchschnitt um 1.500 ppm. Je nach Ausgangspunkten erreichten die Werte in Schulräumen am Ende einer Unterrichtseinheit zwischen 1.900 und 3.300 ppm. Nach einer Doppelstunde sogar bis zu 2.500 ppm und nach mehreren Schulstunden, zwischen denen nicht ausreichend und angemessen gelüftet wurde, erreichten Klassenzimmer bis zu 5.000 ppm an CO2-Gehalt, was überdurchschnittlich schlechte Werte für die Raumluftqualität sind.
Die Folgen von zu viel Kohlenstoffdioxid in den Innenräumen des Schulgebäudes sind verminderte Konzentrationsfähigkeit und Müdigkeit der Schüler*innen, bis hin zu höheren Fehlzeiten. Ein Anstieg von 1.300 - 1.400 ppm pro Unterrichtsstunde kann zu einem Anstieg von Fehlzeiten zwischen 10 - 20 % führen, da sowohl Befindlichkeitsstörungen auftreten aber ebenso ein höheres Risiko von Ansteckung besteht. Die CO2-Konzentration steht zudem in Abhängigkeit zum Alter der Schüler*innen. Ältere Jahrgangsstufen empfinden die Situation zumeist als noch schlechter als jüngere Schüler*innen.

Eine Studie weist außerdem den Zusammenhang von Luftqualität und Leistung nach. Je geringer der Luftaustausch im Klassenraum war, desto signifikant schlechter waren die Ergebnisse eines Mathetests. Im Umkehrschluss zeigt sich jedoch auch, dass eine höhere Lüftungsrate die Leistung positiv beeinflusst und Fehlzeiten um 10 - 17 % mindert.

Bei der Lüftungsfrequenz spielt auch die Jahreszeit eine Rolle. Es wurde nachgewiesen, dass in der kühleren Jahreszeit meist große Lüftungsdefizite entstehen, da aufgrund von niedrigeren Außentemperaturen weniger gelüftet wird und die CO2-Werte, auch durch vermehrtes Heizen, in den Innenräumen somit weiter ansteigen können.

In den über 40.000 Schulen in Deutschland wurden vor einigen Jahren vereinzelt Kohlenstoffdioxidmessungen und Analysen durchgeführt, die in den meisten Fällen eher unbefriedigend ausfielen. In München und Umgebung lag die CO2-Konzentration während 82 % der Unterrichtszeit bei über 1.000 ppm. Der Höchstwert, welcher während der Heizperiode gemessen wurde, lag bei 5.359 ppm. In Berlin führte die CO2-Überwachung zu ähnlichen Ergebnissen, hier lagen die Überschreitungen eines angemessenen CO2-Levels bei 80 %, der Spitzenwert, welcher ebenfalls in der Heizperiode gemessen wurde, lag bei 6.000 ppm. Auch in Erfurt fanden Messungen von Kohlendioxid in Klassenräumen statt, welche 86 % Überschreitungen und einen Höchstwert von 4.998 ppm aufzeichneten.

Problematisch ist die Tatsache, dass die Ergebnisse der Menge an CO2 in der Luft schlechter sind, je neuer oder besser renoviert ein Gebäude ist. Denn ein neue oder neu renovierte Gebäude sind zwar besser isoliert und erfüllen die energetischen Vorgaben, lassen jedoch weniger Zugluft durchdringen und haben dichtere Fenster, die besser schließen. Außerdem werden die Fenster zur Sicherheit oftmals so gebaut, dass sie sich nicht oder nicht ganz öffnen lassen und lediglich Kipplüftung möglich ist, damit niemand hinausstürzen kann. Einen wirkungsvollen Luftaustausch, der den CO2-Gehalt der Luft senkt und somit die Innenraumluftqualität verbessert, kann man damit nicht erreichen.
Als Vorbild für die Überwachung von CO2 und der somit eng verbundenen Verbesserung der Qualität der Raumluft gilt Skandinavien. Dort wurden bereits alle Schulen mit Lüftungsanlagen ausgestattet, die die CO2-Konzentration in den Gebäuden messen und für einen angemessenen Luftaustausch sorgen.

Richtlinien für die CO2 Konzentration in der Raumluft

Festgelegte, rechtsverbindliche Regelungen für einen bestimmten oder maximalen CO2-Wert in Innenräumen gibt es in Deutschland und Europa nicht. Dafür gibt es aber verschiedene Richt-, Orientierungs- und Zielwerte für die maximale Konzentration an Kohlenstoffdioxid, die in Innenräumen herrschen soll. In Deutschland gilt ein hygienischer Richtwert von 1.500 ppm für die Menge an CO2 in der Raumluft. Dabei wird aber nochmals nach dem Alter der im Raum befindlichen Personen unterschieden.

Generell gilt als Richtwert, dass ab einer Konzentration von 1.000 ppm CO2 in der Raumluft gelüftet werden sollte, ab 2.000 ppm jedoch gelüftet werden muss, um eine angemessene Qualität der Raumluft zu erreichen und zu gewährleisten. Es findet ein unzureichender Luftwechsel statt, wenn die Konzentration mehrmals täglich einen Wert von 2.000 ppm überschreitet. Ein Grenzwert für den Arbeitsplatz ist mit 5.000 ppm angegeben, der jedoch nicht erreicht werden sollte.

Andere Länder, andere Sitten, andere Raumluftrichtlinien.
Überwiegend in Skandinavien gibt es eine Reihe an Richtlinien und Empfehlungen zum CO2-Gehalt in der Raumluft beziehungsweise zur Lüftung von Gebäuden. Diese Richtlinien enthalten unter anderem auch Vorgaben zur Höhe der CO2-Konzentration in Innenräumen. In Finnland beispielsweise sollte der Wert an Kohlendioxid in Innenräumen bei normalen Wetterbedingungen und üblicher Nutzung nicht über 1.200 ppm ansteigen. In Norwegen und Schweden soll sich in Wohnräumen, Büros und Schulen maximal eine Menge von 1.000 ppm CO2 in der Luft befinden. Dänemark regelt dies ebenso, schließt jedoch die Wohnräume in den Richtlinien aus. Auch in Großbritannien gibt es besondere Regelungen für die CO2-Konzentration in Innenräumen. Hier darf die Luft (in Sitzhöhe) eine Höhe von 1.500 ppm an CO₂ nicht überschreiten. Zudem muss man jederzeit in der Lage sein, die Kohlenstoffdioxidmenge auf 1.000 ppm abzusenken.

Generell gilt: Um das Wohlbefinden zu gewährleisten und die Gesundheit nicht zu gefährden sollte durch CO2-Monitoring den in den Räumen befindlichen Personen die Möglichkeit geboten werden, die CO2-Werte selbst zu überprüfen. So können auf schnellem und unkompliziertem Wege, Maßnahmen ergriffen werden, um die Raumluftqualität wieder zu verbessern.

Überwachung von CO2 in Räumen und Gebäuden

Zu viel Kohlenstoffdioxid wird von vielen Menschen in Innenräumen und Gebäuden oftmals nur als „verbrauchte Luft“ wahrgenommen, denn nur durch Messgeräte oder andere Hilfsmittel, lässt sich das besagte Gas messen und nachweisen. Obwohl es immense Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden hat, nimmt man eine zu hohe Konzentration in der Atemluft nicht bewusst wahr. Anzeichen können Leistungsabfall, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und weitere Symptome sein. Außerdem leiden Ergebnisse und Noten von Schüler*innen darunter und es erhöht die Fehlzeiten von Arbeitnehmer*innen und Schüler*innen immens. Messungen, die weltweit an den verschiedensten Orten durchgeführt wurden, ergaben Werte in Gebäuden und  Innenräumen von unter 1.000 ppm bis hin zu CO2-Levels über 6.000 ppm. Die meisten davon liegen offensichtlich deutlich über dem empfohlenen Höchstwert von 1.400 ppm in Innenräumen.

Um eine angemessene Raumluftqualität zu gewährleisten, sollten CO2-Überwachungen in Gebäuden und Innenräumen in Betracht gezogen werden, sowohl in Büroräumen, Klassenzimmern, Kitas, Krankenhäusern, Fitnessstudios und anderen öffentlichen Gebäuden, wie auch in privaten Wohnräumen und -häusern. Für CO2-Messungen in Gebäuden und Innenräumen gibt es verschiedenste Möglichkeiten. Für die Messungen und zusätzlich automatischen Luftwechsel bei zu hohem CO2-Gehalt in der Raumluft empfehlen sich Lüftungsanlagen oder -automatiken. Aber es geht auch einfacher, kostengünstiger und rentabler: Verschiedene Messgeräte wie Datenlogger sind handlich und lassen sich oft ganz einfach wie ein Thermometer an einer Wand befestigen. Sie messen verschiedene Parameter in der Raumluft, wie CO2 aber auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontinuierlich, schlagen gegebenenfalls Alarm und zeigen die Qualität der Atemluft in den Gebäuden an. Neueste Techniken ermöglichen das Ablesen der Messungen und die Auswertung der Daten mit mobilen Endgeräten. Die Ergebnisse und anschauliche Diagramme lassen sich bei Bedarf schnell und unkompliziert downloaden. Mit Hilfe der Messgeräte lassen sich zu hohe oder gar schädliche Konzentrationen von CO2und anderen Faktoren in der Luft schnell erkennen und eröffnen den Personen, die sich in den Gebäuden und Räumen befinden somit die Möglichkeit zu handeln, und Symptomen von unzureichender Raumluftqualität entsprechend entgegenzuwirken.

Nicht nur in öffentlichen und privaten Gebäuden und Innenräumen macht es Sinn, CO2-Werte zu überwachen. Ein kontinuierliches Monitoring empfiehlt sich überall dort, wo die Überwachung von CO2 nützlich, hilfreich oder nötig ist, zum Beispiel in Tiefgaragen, Tunnels, Gewächshäusern, Lagern, Inkubatoren, etc.

CO2-Messtechnik und Messgeräte

Bei CiK Solutions stehen Ihnen eine Reihe an Messgeräten für die Überwachung der CO2 Konzentration in Gebäuden und Innenräumen wie Klassenzimmer, Besprechungsräumen und allen Orten, an denen sich regelmäßig Menschen aufhalten, zur Verfügung.  

CO₂-Datenlogger HOBO MX1102A

Autarkes Messgerät mit Display und Vor-Ort-Alarmierung

Der HOBO MX1102A ist ein Datenlogger der die Messung und Aufzeichnung von CO2-Werten in Gebäuden ermöglicht. Die Messwerte werden aufgezeichnet und auf einem internen Speicher gesichert. Aktuelle Werte sowie die niedrigste und höchste CO2-Konzentration des jeweiligen Tages können direkt auf dem Display abgelesen werden. Werden konfigurierte Grenzwerte überschritten, löst der CO2-Datenlogger einen akkustischen und optischen Alarm vor Ort aus. 

Für die Auswertung detaillierter und historischer Daten steht eine kostenlose App zur Verfügung die per Bluetooth oder USB-Anschluss mit dem CO2-Datenlogger verbunden wird. 

  • Messung der CO2-Konzentration zwischen 0 und 5.000 ppm
  • Messung von Temperatur- und Luftfeuchtigkeit
  • Optimale Genauigkeit bei geringern Wartungskosten
  • Selbstkalibrierender CO2-Sensor

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CO2-Überwachungssystem SenseAnyhwere ClimateSensor

Monitoringsystem mit Funksensoren und Fernalarmierung

Der Sense Anywhere Climate Sensor ist ein Funksensor für die CO2-Überwachung in Innenräumen. Das wireless Überwachungssystem speichert die Messdaten auf einem zentralen Server, auf den Sie jederzeit zugreifen können. Werden konfigurierte Grenzwerte überschritten, werden Sie sofort per SMS oder E-Mail benachrichtigt. 

Das Monitoringsystem zeichnet sich durch eine hohe Lebensdauer (bis zu 10 Jahre wartungsfrei) aus und ermöglicht es Ihnen, optimale Klimabedingungen sicherzustellen.

  • Messung der CO2-Konzentration zwischen 0 und 5.000ppm
  • Messung von Temperatur- und Luftfeuchtigkeit
  • Ortsunabhängige Alarmierung
  • 10 Jahre Batterielebensdauer

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CO2-Sonde für hochpräzise Messungen 

Messungen im Volumenprozentbereich für alle anspruchsvollen Anwendungen

Die Vaisala Kohlendioxidsonde GMP251 ist eine intelligente Sonde für CO2-Messungen im Prozentbereich in Bioinkubatoren, Kühlräumen, Gewächshäusern, beim Transport von Obst und Gemüse sowie in allen anspruchsvollen Anwendungen, die stabile und genaue CO2-Messungen im Prozentbereich erfordern.

Der Fühler wird mit einem Vaisala Indigo Transmitter verbunden und kann so in das Vaisala ViewLinc System integriert werden.

  • Messbereich von 0 bis 20 % CO2
  • Intelligente Standalone-Sonde mit analogen (V, mA) und digitalen (RS485) Ausgängen
  • Beheizter Sensorkopf zur Vermeidung von Kondensation
  • Gehäuse mit Schutzklasse IP65

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